„Schon wieder vorbei“ – so schnell! Draußen Hitze, drinnen im Frauenkircherl ein paar Grad kühler. Viele interessierte Besucher fanden sich ein, nahmen sich Zeit für die Betrachtung der Werke und für intensive Begegnungen und Gespräche. Bei der Vernissage spielte Lena Hupfer gekonnt auf ihrer großen klangvollen Konzertharfe. Helga Stieglmeier (3. Bgm Erding) hielt zur Begrüßung eine eindrucksvolle Rede über Frauen in der Kunst. Und wir drei stellten uns gegenseitig vor. Hier Eindrücke aus der Ausstellung.
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Die drei zusammen ausstellenden Frauen arbeiten jeweils sehr individuell in ihren Themen, Motiven und Materialien. „Drei Frauen“ ist ein Bildmotiv, das schon in der Bibel vorkommt. Die Ausstellung wird im Frauenkircherl in Erding sein, Gründe genug für den Titel der Ausstellung.
Am Wegrand sein bedeutet innezuhalten und im Moment zu verweilen, bedeutet Zeit für Begegnung und Wahrnehmung. Es fordert auf, zurück zu schauen “wo komme ich her”, nach vorne zu schauen, wie geht der Weg weiter.
Mit dieser Thematik setzen sich Michaela Dreier, Sabine Penzenstadler und Brigitte Schneider für diese Ausstellung intensiv auseinander. So werden jeweils Werke aus einer langen Schaffenszeit gezeigt.
Innehalten für die Zeit der Ausstellung und die Inspiration für Neues im künstlerischen Schaffen erhalten – so wird die Woche im Juni eine intensive und auch innige Zeit sein, wenn alle drei ihre persönlichen Werke als Gesamtkomposition im Raum des Frauenkircherls hängen und stellen werden.
Alle sind herzlich eingeladen die Atmosphäre dieses besonderen Raums und der gezeigten Arbeiten zu genießen und somit am Wegrand der Zeit für ihren Besuch dort zur Ruhe zu kommen.
Ein Tag in Stille, mit der Möglichkeit auftauchende Bilder mit einfachen Mitteln zu gestalten (Material 4€ an KL) und den sommerlichen Klosterpark zu genießen. Selbstverpflegung. Kursgebühr 40€. Bitte um frühzeitige Anmeldung unter www.schweigemeditation.de oder 08071-51425. Ein weiterer Termin ist am Samstag, 24.10.2026.
„Wahrnehmung und Farbe“
Bei der Meditation tauchen Bilder, Farben, Eindrücke auf. Der Ausdruck dieser inneren Bilder, für den es oft keine Worte gibt, hilft beim Loslassen.
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Die alte Gartenhütte duckt sich neben dem schindelgedeckten Schweizerhaus in den Schatten der Hecke. Vor den weit geöffneten Schiebetüren auf einem Mäuerchen räkeln sich kompakte Bronzefiguren der schon betagten Künstlerin Anna. Sie war es auch, die Jahrzehnte lang Dinge gesammelt hat, Material für ihre Kreativität, zum Anfassen, Ausprobieren und neu Gestalten. In einem alten Schrank wohnen Schachteln mit Draht, Gitter, Geflecht, sowie Spiralaufhänger und alte Stäbe von Kalendern.
Seit gestern ist BIN mal wieder bei ihrer Künstlerfreundin Anna zu Besuch. Sie kennt die alte Dame seit vielen Jahren und schätzt ihre Fähigkeit skurrile Ideen umzusetzen. BIN ist immer offen für neue Techniken. Einträchtig sitzen die beiden an den offenen Türen, schauen ins Land über den Zürichsee und dann in die Kästen mit den verborgenen Schätzen. Bald windet sich jeweils eine Drahtschlange um den eisernen Sockel, pickst in den Finger, sträubt sich. Neuer vierkantiger Draht gibt der Figur Volumen, nun will sich ausgefranstes Drahtgeflecht dazwischen quetschen.
„Schau mal“, „ich bräuchte“, „da ist doch noch“ und „jetzt hab ich’s“ fliegen hin und her. Bald hat jede der Frauen zwei Figürchen in Arbeit. Wo bleibt die Farbe, denkt BIN. Ein grün ummanteltes Stück Elektrodraht erinnert an Wald und reicht als Farbakzent. „Schwesterchen, was machst du hier?“ erweckt die eine Drahtfigur die andere zum Leben. Sie spüren die Sonne und das ansteckende Gelächter der zwei Künstlerinnen, nehmen ihre Seelen auf.
Bald gehen zwei Waldschwestern mit BIN auf die Heimreise, behutsam eingehüllt in das kleine Reisegepäck. Der Zug schaukelt die drei gemächlich nach Osten, umsteigen, ankommen, auspacken.
Ab ins Atelier, einige Drähte sind verbogen. Also das Krönchen gerade rücken und den Rücken aufgerichtet. Verschiedene Standorte probieren die zwei Waldschwestern aus. Von oben auf dem Regal wandern sie neben die Tür und schließlich ins Schaufenster. Dort gefällt es ihnen besonders. Geschützt im hölzernen Kasten blicken sie auf die Straße, beobachten die Vorbeieilenden, die manchmal innehalten. Sie könnten ihnen einiges erzählen, doch hören die Leute das in ihrer Eile?
„Hier bin ich so wie ich bin“, scheinen die Schwestern zu sagen.
Der nächste Ateliertag findet am Sonntag, 22. März 2026, von 11-17 Uhr statt, wie immer im Atelier BIN-Art, Erding, Landshuterstr.19a. Viele kunstvolle Kleinigkeiten und größere Schätze gibt es dort zu kaufen, Geschenke für Freunde, Bekannte und Verwandte oder für sich selbst. Bitte schon mal vormerken!
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Ateliertag am Sonntag, 7.12.25 von 11-17 Uhr: Malerei, Zeichnung und Holz sind wiederum geboten: zu sehen sind colorierte Reiseskizzen aus vielen Ländern (mit und ohne Rahmen), Tuschezeichnungen, Grafit oder Kreide, und Bilder mit einer Mischung aus Malerei und Zeichnung. Auch gedrechselte Holzobjekte präsentieren sich in großer Auswahl. Und sicherlich entdecken Sie kleine Geschenke, Unikate und Originale für den Weihnachtstisch. Schauen Sie einfach vorbei.
Ansonsten ist mein Atelier in der Landshuterstr.19a in Erding im Dezember nach telefonischer Vereinbarung geöffnet (Tel. 0170-9675503). Manchmal bin ich ja auch in der Nähe oder bereits dort. Allen eine ruhige und besinnliche Adventszeit!
BIN
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„Auszeit“ tönt es im Kopf. „Spiel mit Farben“ schwingt es hinterher. Selten ist es wirklich still, selbst wenn wir im Schweigen sind. Gedanken und Erinnerungen, Gefühle und Reaktionen, Licht und Schatten beschäftigen uns. Suchen wir uns eine Farbe als Stellvertreter, die ausdrückt, was sich innen „abspielt“, nehmen sie wahr und spielen mit ihr. Die Farben kommen ins Gespräch. Sobald sie auf dem Papier sind, entwickeln sie ein Eigenleben, gehen Verbindungen ein, bilden eigene Wege. Folgen wir ihren Spuren.
„Rot“ ruft der Kuckuck, Heu und Holunder duften – „Grün“ zirpen die Grillen, Hören auf die Stille.
Samstag, 19.7.2025 von 9:30 bis 17:00 Uhr.
Ein Tag in Stille, mit der Möglichkeit auftauchende Bilder mit einfachen Mitteln zu gestalten (Material 4€ an KL) und den sommerlichen Klosterpark zu genießen. Selbstverpflegung. Kursgebühr 40€. Bitte um möglichst baldige Anmeldung unter www.schweigemeditation.de oder 08071-51425. Ein weiterer Termin ist am Samstag, 27.9.25.
Derzeit hängen neue Bilder vom Kunstverein Erding im Medizincampus Erding, unter dem Thema „Blumen“, davon sind zwei von mir…
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Noch einmal zieht es mich auf den Portugiesischen Jakobsweg. Zwanzig Jahre bin ich insgesamt gepilgert, davon neun Jahre in Etappen von zu Hause bis nach Santiago de Compostela. In den folgenden Jahren riefen mich ganz verschiedene Jakobswege und wollten entdeckt werden. Wegen Knieproblemen habe ich mir nun einen Abschnitt an der Küste gesucht, wo ich kurze Strecken gehen möchte.
Vom Flughafen Porto aus fährt ein Bus nach Viana do Castelo und ein Bummelzug weiter nach Vila Praia de Âncora. Am frühen Nachmittag verziehen sich dort die Wolken, deren Wasser auf der Fahrt hierher die Landschaft gründlich gewaschen haben. Durch die großen Scheiben des Strandcafés zeigt sich der Wind noch bei der Arbeit. Das Meer hat den sehr breiten flachen Strand freigegeben, wie versteinerte Tiere ruhen dunkle Felsen darauf. Grüne nass glänzende Algen setzen die Farbakzente. BIN endlich wieder am Meer, wir führen gute Gespräche bei meinem langen Spaziergang. Nachts klopft der Regen ans Fenster.
Morgens reihe ich mich in die kleinen Pilgergrüppchen ein, die dem breiten Strandweg nach Norden folgen. Der Wind zaust an den Ponchos und vertreibt den Regen. Letzte bunte Blüten spitzen zwischen den Steinen heraus, die Wegzeichen sind gut erkennbar. Bald ist Moledo erreicht, mein letzter Stopp in Portugal. Frühstück gibt es für mich in der Bar Paredo, wo ich schon vor drei Jahren war. Ein Sandweg führt von dort durch lichte Kiefernwälder, fast keine Leute, nur Meeresrauschen und Vogelgezwitscher. Bald öffnen sich die Bäume zur Mündungsbucht des Rio Minho. Mit weiteren Mitpilgern in einem Taxi-Boot überquere ich diesmal den Grenzfluss. Der gut in Regenzeug verpackte Fährmann hilft uns an Bord, stülpt jedem eine straffe Schwimmweste über den Kopf und steuert auf das andere Ufer zu, das sich nur langsam im Dunst zeigt. Kurz ist der Kampf mit der Schwimmweste beim Ausziehen, tief der Abstieg auf den Sand. Brille putzen. Schon BIN ich in Spanien gelandet. Köstlich lassen wir uns in A Guarda mit einem späten Mittagessen versorgen.
Blau ist der Himmel und wild das Meer am nächsten Morgen, als ich mit den zwei Amerikanerinnen von gestern aufbreche. Gewaltig schlagen die Wellen auf die Granitfelsen, auf das Land. „Hier geht’s nicht weiter!“ höre ich Meeresworte in meinem Kopf. Wie gehe ich um mit Hindernissen in meinem Leben? Erst mal Wut und dann Überlegen? Konzentriert laufe ich auf dem felsigen Pfad, steige etwas höher und folge der Straße. Ganz in mir versunken und doch aufmerksam lasse ich mich von den Zeichen leiten. Ein Bus bringt mich nach Baiona. Erinnerungen tauchen auf an eine Reise mit meinen Eltern vor Jahrzehnten. Der alte Herrensitz auf der Halbinsel, jetzt ein Parador (Hotel) mit Café, war damals das Ziel, die zinnenbewehrte Mauer bietet einen grandiosen Ausblick. Auch in die alte Kirche Santa Maria schaue ich noch rein bevor ich müde aufs Bett sinke.
Ein Bus bringt mich über Vigo ans Ende der Welt, nach Finisterre. Welche Freude, noch einmal an der Praia Langosteira entlang zu spazieren und mir am Kap Finisterre den Wind um die Ohren brausen zu lassen. Und einen Wander- und Spanisch-Freund aus der Heimat zu treffen, der gerade den Camino dos Faros gegangen ist. Auf den Felsen der alten Eremitage San Guillermo wärmt mich die Sonne. Kann gar nicht glauben, dass ich vor vielen Jahren zu Fuß bis hierher gelangt bin. Das Pilgern hat mein Leben verändert.
Auch Santiago de Compostela ist mit vielen Erinnerungen verbunden. Lange sitze ich in der Kathedrale und freue mich, dass sogar der Botafumeiro, der große Weihrauchkessel geschwenkt wird.
Buen camino de la vida para todos! Einen guten Lebensweg euch allen!
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Nach Lissabon hat mich meine Tochter gelockt, die dort beruflich zu tun hat. Für eine Woche im April, und glücklicherweise bei schönstem Frühlingswetter. Am nächsten Morgen begleite ich sie zur Konferenz und organisiere mir ein Ticket für das berühmte Sankt-Hieronimus-Kloster. Langsam bewegt sich die Warteschlange an der manuelinischen Fassade des Klosters entlang, an deren hohen Fenstern und den Mauervorsprüngen die Vögel landen, flattern und zwitschern. König Manuel I. hat damals seine Handwerker mit den Segelschiffen der Eroberer in die Welt gesandt, um von überall her neue Symbole und Techniken zu sammeln. Daraus sind fantastische Darstellungen zur Seefahrt mit Blüten, Früchten und aus Stein gehauenen gedrehten Seilen entstanden. Im bogengeschmückten Kreuzgang dominiert das Gemurmel der Touristen. Auch in den hohen Sälen, die mit blau-weißen Fliesen verziert sind.
Bald habe ich Sehnsucht nach Ruhe, blühenden Bäumen und dem Fluss Tejo. An seinem Ufer liegt das moderne Museum MAAT mit seinem Café, mit einem tollen Ausblick auf die hohe Brücke und die Christusstatue am anderen Ufer, die der in Rio de Janeiro gleicht. Cafés und Bistros säumen die Wege, daneben bimmelt die Tram, die wieder ins Zentrum fährt.
Die nächsten Tage verfliegen mit einem Besuch im Gulbenkian-Museum, einer privaten Sammlung mit Kunst aus der ganzen Welt und im sehenswerten Stadtmuseum Museu de Lisboa. Von den vielen Hügeln Lissabons begeistern die weiten Ausblicke. Zwischen engen Gassen und Treppen wollen Miradores (Aussichtsterrassen) entdeckt werden wie der Miradouro São Pedro de Alcántara oder der Miradouro de Santa Catarina bei Sonnenuntergang.
Ein kleiner Zug rattert an der Küste entlang nach Cascais. Ein quirliges und doch beschauliches Küstenstädtchen mit gepflasterten Gassen und zahlreichen Restaurants. Das Wasser ist mir zu kalt, dafür wecken saftige Drinks und Meeresfrüchte Strandgefühle. Ein wenig nördlich von Cascais braust der kalte Wind über die weite Praia do Guincho und türmt die Wellen auf, bläst uns den Kopf frei und reinigt blockierte Gedanken.
Schnell ist die Woche vorbei und es heißt Abschied nehmen von Lissabon vom Dach des Pantheon aus mit Blick auf den Rio Tejo.
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