Jakobsweg von Tui nach Santiago de Compostela

29.8. bis 5.9.2022, noch einmal mit einer Gruppe unterwegs

Das Einchecken in München klappt problemlos, mit dem Bus geht es vom Flughafen Porto nach Tui. Zum Stadtrundgang in der kleinen Grenzstadt scheint die Sonne. Kühl und still ist es in der Kathedrale, eine kurze Andacht zum Anfang. Durch den Kreuzgang führen Stufen in den Garten, die Festung von Valença grüßt herrüber.

Der Bus bringt uns nach O’Porriño, dort steht der 100km-Stein. Die Wanderung beginnt nach einem Morgenimpuls. Gemütlich laufen wir uns warm bis zum ersten Stopp in Mos, später bis zur Capilla de Santiagüiño und dem Mittagspicknick. Weiter durch lichte Pinienwälder bis zu einer Waldlichtung, wo eine Gaita-Spielerin die Pilger auf galicisch-keltische Klänge einstimmt. Ein schöner weiter Blick tut sich auf über die Ria von Redondela.

Danach geht es steil bergab und durch die Ebene, vorbei an Weingärten, kleinen Feldern und Viadukten bis Redondela. Um 16 Uhr bringt uns der Bus nach Pontevedra ins Hotel. Trockenes warmes Sommerwetter hat uns heute begleitet.

Zurück in Redondela halten wir am nächsten Tag einen Morgenimpuls vor dem Anstieg zum früheren Pilgerhospiz, bewundern dort die Muschelwand. Ab und wieder auf nach Arcade und Pontesampaio. Kurze Pause nach der alten Brücke, Churros und Empanadas werden probiert. Nach dem Rio Ullo geht es über große Granitsteine, in denen alte Karrenspuren zu sehen sind, hinauf zum Pass von Canicova. Danach queren wir über einen gesicherten Pfad eine große Straßenbaustelle und finden einen Platz fürs Mittagspicknick.

Nach der Capilla de Santa Marta geht es links zur Flussvariante mit weichen Waldwegen. Abschluss des Tages ist diesmal in der Kirche Virgen Peregrina. Erneut genießen wir ein gutes Abendessen im Hotel. Wir bekommen die Schalen der Jakobsmuscheln, die es als Vorspeise gab, gewaschen zum Mitnehmen.

In Pontevedra gehen wir los zur Burgo Brücke, Morgenrunde am Brunnen unter den Weiden, es beginnt zu regnen. Ein fröhliches Gruppenfoto entsteht in Regenponchos. An Santa Maria de Alba vorbei bis San Amaro, wo die Bar renoviert wurde und Pulpo verkauft wird. Unterwegs begegnet uns eine Reitergruppe sowie eine deutsche Gruppe mit E-Bikes.

Kurz vor Muinada de Barosa, kehren wir wegen des Regens in einer neuen Garagenbar ein und können diverse Tapas verkosten. Bald hört der Regen auf und über Briallos und Tivo geht es nach Caldas de Reis. Nach dem Essen gibt es eine Runde Kräuterschnaps zur Motivation ;-).

In Caldas de Reis nieselt es morgens leicht. Das konzentrierte und langsame Gehen ist Thema, als wir in Stille durch das beschauliche Bermaña-Tal wandern. Kurze Pause bei der Kirche von Carracedo, weiter bis nach O’Pino Valga.

Nach der Mittagspause im Garten der Bar geht es bergab durch den Wald nach San Miguel am alten Friedhof vorbei, dann durch Pontecesures und über die Brücke des Rio Ulla. Von hier sind es nur noch 2km bis ins Zentrum von Padrón und zur Jakobuskirche dort. 20 Minuten weiter erreichen wir am Bahnhof unser Hotel. Köstlich ist das Essen in der Cafeteria des Hotels, mit Pimientos de Padrón und leckeren Nachspeisen.

Die letzte Etappe von Padrón nach Santiago. In Iria Flavia unsere Morgenrunde, wir folgen geübt den gelben Pfeilen. Ein erster Stopp an der Kirche in Escravitude, gerade ist Messe. Schräg gegenüber locken eine neue Bar und ein Stand für Churros. Über kleine Straßen und Wald weiter bis Picaraña, wo wir die Nationalstraße überqueren. Ideales Pilgerwetter herrscht heute, trocken bei 18 Grad. In Rua do Franco ist die Kirche geschlossen, wir gehen weiter. Kleine Dörfer wechseln mit Waldstücken, stetig führt der Pfad leicht bergauf.

In Milladoiro gibt es oben am Hügel noch einen Motivationsstopp in der bekannten Bar beim Sportzentrum, kleine Teller mit Tortilla geben uns Energie. Nach Santiago geht es nun am Fluss entlang und später die Abzweigung nach Santa Marta. Bei Sonne und 24 Grad laufen wir durch die engen Gassen zur Praza da Obradoiro. Um fünf Uhr feiern wir vor der Kathedrale von Santiago de Compostela unsere Ankunft. Nach dem Ablegen der Rucksäcke im Hotel San Martín Pinario, durchschreiten wir die Heilige Pforte in die Kathedrale (mit Maske), jeder feiert für sich persönlich die Ankunft und besucht die Krypta mit dem Sarkophag des Jakobus. Nach dem Essen begleiten die Sterne den Nachtspaziergang um die Kathedrale.

Morgens macht Manuel eine Stadt- und Kathedralenführung während ich die Pilgerurkunden organisiere. Die mittägliche Pilgermesse ist leider ohne Botafumeiro. Nachmittags ist frei. Abends feiern wir Abschlussrunde und Überreichung der Compostelas vor dem Essen.

Früh morgens laufen wir im strömenden Regen zum Bus nach Porto, es geht nach Hause!
BIN unterwegs gewesen…

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Caminho Portugues da Costa

Von Vila do Conde nach Valença von 10.-20.9.21

Neuer Weg – neues Glück 

Wieder mal BIN ich alleine unterwegs auf Pilgerwegen und doch nicht einsam. Nach all den Monaten der Zurückhaltung mit Reisen, musste ich einfach nochmal los. So habe ich einen mir neuen Abschnitt des Jakobsweges erkundet, nach allen derzeitigen Regeln mit Maske und Impfnachweis. 

Lange Strecken verlaufen in Strandnähe auf Holzstegen, Sonne und sandiger Wind wirbeln in den Haaren. Dann wechselt der Weg wieder in die Lande, an Gewächshäusern vorbei und durch kleine Wäldchen. Kurze und intensive Begegnungen entstehen mit anderen Pilgern, aber auch mit den freundlichen Wirtsleuten am Weg. 

Das Rauschen des Meeres begleitet mich in meine Träume. Schließlich ragt der Monte Tecla wie ein Vulkankegel empor und zeigt die Mündung des Rio Minho und damit die spanische Grenze an. Der Fluss führt mich nach Valença. Zwei Tage noch lasse ich die Reise in Porto ausklingen und tanke Meer für die dunklen Winterzeiten.

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BIN unterwegs in Göteborg

Im August 2021 besuchen wir für eine Woche unsere Tochter in Göteborg. Mit Kamera und Skizzenbuch laufen wir durch die grüne Stadt. Ein gelegentlicher Regenschauer wäscht den Himmel sauber. Kurz darauf fegt der Wind die Wolken weg und die Sonne lockt die Leute in die Straßencafés.

Unser Hotel liegt in der Nähe des Götaplatsen. Vorbei am Brunnen mit Neptun Figur und Meerjungfrauen, zwischen Kunsthalle und Kunstmuseum. Spaziergang entlang der prachtvollen Kungsportsavenyn zur Innenstadt, von Kanälen durchzogen auf einem früheren Sumpfgelände am Götafluss erbaut.

Bei der modernen Prometheus Statue beginnt die Paddan Sightseeingtour mit flachen Booten unter zahlreichen Brücken hindurch und durch den Hafen.. Zimtschnecken zur Fika-Zeit (Kaffee) im Haga-Viertel.

Ausflug mit der Fähre zu den südlichen Schären. Auf der Insel Styrsö erkunden wir den flachen steinernen Hügel mit den Birkenwäldchen und pausieren in einer geschützten Bucht in der Sonne.

Regen, Wolken und Sonne wechseln mehrfach jeden Tag und so sind heute Kunsthalle mit der Ausstellung eines Afrikaners und Kunstmuseum mit aktuellen und historischen Gemälden gefragt.

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Finisterre – am Ende der Welt

Zum Abschluss unseres Jakobsweges

Am Abend unserer Ankunft in Santiago (2.7.21) nehmen wir den Bus nach Finisterre, wo wir uns für zwei Nächte eingemietet haben.
Nebel liegt am Morgen noch über der Praia Langosteira. Die Ebbe hat den langen Strand frei gegeben und Muscheln glitzern auf dem nassen Sand. Es ist genau der richtige Zeitpunkt zum Muschelsammeln. Kleine Schnecken bilden den Anfang, der nasse Sand rieselt heraus, Jakobsmuscheln, Perlmuttschalen, Fragmente größerer Muscheln, deren Ränder das Meer bereits glatt geschliffen hat. An diesem Strand bin ich ganz bei mir, in mich versunken, einfach dankbar nochmals hier sein zu dürfen. Ganz im Moment, Schritt für Schritt, nur für mich. Neben mir rauscht die Ewigkeit des Meeres auf den Sand, traumhaft.

Auf der anderen Seite des Hügels Richtung Westen liegt die Praia da Fora, der äußere Strand. Der Dünen-Pfad mit den blau-silbrigen Disteln ist fast zugewachsen. Größere Wellen schlagen geräuschvoll auf den steilen Strand, es sind fast keine Muscheln zu sehen, nur kleine Tigerhütchen, wie ich sie genannt habe. Durch den tiefen Sand stapfen wir hinauf zum Holzsteg und zur Aussichtsstelle, von der aus ich 2013 das erste Mal vom Ende der Welt nach Westen geblickt habe, für mich ein berührender Moment.

Die Nachmittagsexkursion führt steil den Hügel hinauf durch einen lichten Kiefernwald zur Ermita de San Guillermo. Auch dieser Pfad ist recht zugewachsen und hat wohl noch wenige Besucher gesehen in diesem Jahr. Oben auf der Klippe hat der Wind einen großen Felsen zugeschliffen, zu dessen Füssen die halbhohen überwachsenen Grundmauern der Ruine ruhen. Wir nehmen Platz und genießen die meditative Stille des alten Kultplatzes.

Am Ende der Welt

Dem Leuchtturm von Finisterre nähern wir uns von oben. Vorne neben der Mauer spielt ein Mann ganz versunken auf seiner Gaita, dem galicischen Dudelsack. Der Wind pfeift heftig um das Fundament des Turms. Doch darunter auf den Felsen lässt es sich aushalten. Das Ende der Welt, werde ich es wohl noch einmal sehen? Lieber genieße ich es jetzt hier mit einer Freundin zu sitzen, erfreue mich an den kleinen Spatzen, die nach Brotkrumen suchen, mein Blick verfolgt die Möwen im Wind und nimmt das glitzernde Meer in der Abendsonne in mein Herz auf. Danke!

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Camino Ingles – unterwegs in Wirklichkeit

10 Tage gemeinsam auf dem Jakobsweg von 26.6.-5.7.2021

Im vergangenen Jahr konnte ich diese Reise nur fiktiv beschreiben. Nun waren meine Freundin und ich endlich persönlich auf dem Camino Ingles unterwegs. In der neuen Wirklichkeit, die der alten zwar ähnelt, sich aber mit den Masken und Hygieneregeln wegen Covid19 anders anfühlt. Erst einen Monat vor dem Abflug haben wir unsere Gutscheine für den neuen Flug umgewandelt. Einreiseformular und Impfausweis, genaue Kontrollen am Flughafen und viel weniger Betrieb als sonst. Es herrscht Maskenpflicht in Flughafen und Flugzeug und im gesamten öffentlichen Raum in Spanien. Dort haben sich erstaunlich viele Leute daran gehalten. Beim Pilgern in der freien Natur ging es dann auch ohne Maske…

Die erste Nacht verbringen wir in Santiago de Compostela, weil die Ankunft des Fluges relativ spät ist. Am nächsten Morgen gehen wir hinunter zum Bahnhof, neben dem der neue Busbahnhof gelegen ist, und nehmen den Bus nach Ferrol. Es ist kühl für Ende Juni, aber die Sonne scheint. Das kleine Städtchen blinzelt schläfrig nach der regnerischen Nacht. Am Hafen zeigt der erste Meilenstein, wo der Camino Ingles beginnt. Nach einem zweiten Frühstück wenden wir uns nach Osten. Die Puerta de Dique habe ich schon gezeichnet. Den Turm und Eingang zum Marinehafen in Natura zu sehen, kommt mir in diesem Augenblick eigenartig vor.

In Neda, am Ende der Bucht von Ferrol, wartet eine Bank auf Besucher. Gerade kommt langsam die Flut herein und füllt den breiten offenen Sandkanal. Zeit zu beobachten wie die Vögel im Schlick picken und wie eine Sandinsel langsam in den silbrigen kleinen Wellen versinkt. Wir brauchen durchaus die Jacken gegen den Wind, aber es ist wunderbar, zuzuschauen wie das wechselnde Licht die Landschaft verändert. Schließlich schlendern wir zur hintersten Brücke, zu einer alten Mühle an der Flussmündung. Durch die Gezeiten sind in Jahrtausenden die breiten Rias ausgeschwemmt worden, wie die langen Einschnitte ins Land hier heißen.

Blick über die Ria de Ferrol

Draußen ist es morgens grau, das Wasser steht noch in der Bucht. Es tröpfelt, beginnt stärker zu regnen, aber wir kennen den Weg von gestern Abend. Also Poncho drüber und guten Mutes los. Über Holzstege geht es am Ufer entlang. Später bergauf und auf halber Höhe weiter. Danach öffnen sich die Wolken und geben einen herrlichen Blick über die Bucht bis Ferrol frei. Palmen und Hortensien, Bougainvillen und Mombrezien zieren die Gärten und Wegränder. Fene und Pereiro, Regen und Sonne, Auf und Ab. Eine lange steinerne Brücke mit Bögen führt über eine weitere Ria nach Pontedeume. Weiter geht es hinauf mit wunderbarem Ausblick bis zur Pension.

Die lange mittelalterliche Brücke von Pontedeume bei Ebbe

Heute ist laufen, laufen und laufen angesagt. Der Jakobsweg führt über wunderschöne Waldwege, gesäumt von dichtbelaubten Bäume, Steineichen, Esskastanien, Platanen, Akazien. Nach der Autobahn geht es richtig steil bergauf und wieder steil bergab nach Miño, Zeit für Tortilla und eine Pause. Bei der Kirche San Martin de Tiobre pausieren wir noch einmal und weiter gehts bergab nach Betanzos, wir queren Brücke und Stadttor. Betanzos selbst ist auch hügelig. Vom Hauptplatz müssen wir rauf zum Hotel. Auf der Suche nach Essen durch eine Stadt, die um 17 Uhr noch der Siesta frönt, landen wir am Hauptplatz. Glück gehabt, es gibt Tapas in der Bar. Hühnchen, Pommes und Salat, dann noch Pulpo und dazu jede 2 Clara con limon (Radler). Ohne das Nachtleben weiter zu erkunden, landen wir bald in den Betten.

Eukalyptuswälder säumen die kleinen Felder und Wege. Eukalyptus in jeder Form begleitet unseren Weg. Ganz jung mit runden blau-silbrigen Blättern und kleinen fusseligen Blüten. Der schnell wachsende Eukalyptus streckt seine Blätter dann zu Lanzen, später ist die fasrige und fransige Rinde ein Hingucker. Wir finden die kantigen Kapseln und trockenen Blätter und fotografieren sie. Am Lago de Beche, einem kleinen Stausee, gönnen wir uns ein Eis und dann unser Picknick. Weiter bergauf, nichts Neues. Es zieht sich bis wir ganz oben und schließlich hinter Meson do Vento im Hotel sind. Trotz Müdigkeit folgt noch eine Abendrunde zur Kirche von Leira, schöne Atmosphäre auf dem Friedhof, einige Gräber sind mit Muscheln verziert.

Morgennebel und Mittagshitze

Nebelig ist es morgens bei 12 Grad. Kunstvolle Spinnweben hängen taubedeckt an den Zäunen. Nur mit Fleecejacke sind wir gerade richtig angezogen. Viele kürzere Waldstücke mit Zauberwald, Steineichen mit Efeu bewachsen und Erdwälle lassen an die Geschichten von Mittelerde und den Herrn der Ringe denken. Mittags wird es immer heißer und der Weg sehr sonnig. Der Park vor Sigüeiro rettet uns. Einfach im Schatten auf einer Bank sitzen und die letzten Tropfen aus den Flaschen saugen. Kurz darauf im kühlen Supermarkt kaufen wir Obst, Joghurt und Gebäck sowie Wasser. In unserer Pension wartet ein wunderschön dekoriertes Zimmer mit einem entzückenden Bad. Nach dem Duschen können wir eine Ladung Wäsche waschen und anschließend trocknen.

Auf zum Ziel unseres Pilgerweges! Heute spüre ich große Dankbarkeit und Freude über diese Reise, für mein Hier-Sein. Mehr brauche ich nicht. Ab und zu sprüht ein wenig Regen, Poncho an und aus, 3-4x. Wir laufen nach Santiago de Compostela ein, ein letzter Stempel in San Caetano. Auf der Praza do Obradoiro ist der Weg beendet. Da heute gerade niemand an der Heiligen Pforte Schlange steht, können wir abwechselnd unseren persönlichen Abschluss in der Kathedrale begehen.
Ich „BIN auf dem Camino Ingles“ gewesen.

Ankunft in Santiago de Compostela am Freitag, 2. August 2021
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Galerie – kreativ

Einen Besuch in der Galerie im Rathaus mit Kreativität verknüpfen… Dies wird am Freitag, 19.3. und am Samstag, 20.3.21 jeweils von 16-18 Uhr kostenlos angeboten. Jeweils 5 Personen lässt Bürgermeister Georg Nagler (nur nach Anmeldung), mit FFP2-Maske und entsprechenden Hygienemaßnahmen ins Rathaus. Anhand der ausgestellten Bilder im Treppenhaus spricht Sabine Penzenstadler über Entstehung, Bildaufbau und Komposition. Jeder Teilnehmer kann, muss aber nicht, selbst eine Zeichnung mit verschiedenen Bleistiften und Tuschestiften probieren. Material wird zur Verfügung gestellt. Mit genügend Abstand ist dieser Austausch nach den derzeitigen Bestimmungen und außerhalb der Geschäftszeiten möglich.

Anmeldung bis Donnerstag 18.3. unter 08123-930221.
Impressionen zur Ausstellung auf Blog.bin-art.de.

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Impressionen aus der Ausstellung

Hier einige Fotos aus der Ausstellung im Rathaus Moosinning. Der Besuch ist zur Zeit nur nach Anmeldung unter 08123-930221 möglich.

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Unterwegs & Dahoam



Hier der Pressebericht vom Erdinger Anzeiger vom 16.11.2020

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Camino Ingles – eine fiktive Pilgerreise, Tag 6

Ankommen

Tag 6, Sonntag, 22.3.2020

Der letzte Tag auf dem Camino Ingles. Alles ist sauber und getrocknet morgens. Rucksack packen, Stiefel und Stecken nehmen ist schon Routine. Gemischte Gefühle begleiten uns. Heute geht es ums Ankommen. Für meine Freundin ist es der erste Jakobsweg in Spanien, ihre erste Ankunft in Santiago de Compostela. Ich war schon öfter unterwegs auf Jakobswegen und auch auf langen Strecken. Und trotzdem streiten sich die Gefühle in mir. Freude, es geschafft zu haben und erneut in Santiago anzukommen. Wehmut, dass die Zeit auf dem Pilgerweg schon wieder vorüber ist.

Kurz geht es hinter Sigüeiro an der Straße entlang, dann verstreute Ortschaften und Siedlungen, gefolgt von einer erholsamen Naturlandschaft. Schließlich zeigt ein Industriegebiet die Nähe der Großstadt an. Hier finden wir am späten Vormittag unser Pausencafé.

Um uns den Abschied vom Weg zu verschönern, folgt nun ein Pfad durch den „Bosque Encantado“, einen verzaubert wirkenden Wald, knorrige Bäume mit Efeu umwachsen. Viel Schweigen, Vogelgezwitscher und flatternde Gedanken begleiten uns an diesem Tag. Sonne und Wolken wechseln sich bei angenehmen Frühlingstemperaturen am galicischen Himmel ab.

Ein weiteres Industriegebiet beendet dieses Vergnügen und holt uns in die Wirklichkeit zurück. Parallel zur Nationalstraße führt die Route ins Zentrum von Santiago. Von der Kreuzung, wo es links zum Busbahnhof geht, ist mir der Weg gut bekannt und bald tauchen die Türme der Kathedrale knapp über den Dächern auf.

Die Türme der Kathedrale von Santiago de Compostela

Eine Viertelstunde weiter endet unsere Pilgerreise auf der Praza do Obradoiro vor der Westfassade der Kathedrale. Wir fallen uns in die Arme, ein unbeschreibliches Gefühl der Dankbarkeit. Später ohne Rucksäcke in der Kathedrale begrüßen wir den Apostel Jakobus, der das Ziel unserer Pilgerreise war. Für den Rest fehlen mir die Worte.

Viel unterwegs war ich auch hier in Bayern in den letzten Tagen. Einsame Spaziergänge durch das Erdinger Moos. In Gedanken „BIN (ich) auf dem Camino Ingles“ gewesen und habe mir in schönen Farben ausgemalt, wie es hätte sein können. Natürlich fehlen meiner Schilderung die besonderen persönlichen Erlebnisse, doch aktuell hätte die Reise zu diesem Zeitpunkt so gar nicht stattfinden können. Es ist so wie es ist.

Die weiteren Tage der Reise sind unten nur kurz aufgelistet, so wie es geplant war. Darüber kann vielleicht später einmal erzählt werden.

Montag, 23.3.2020
Nach der Pilgermesse mit dem Bus nach Finisterre, am Ende der Welt, mit Übernachtung.

Dienstag, 24.3.2020
Mittags Rückfahrt nach Santiago de Compostela, die Pilgerreise nochmal in der Kathedrale und in den Gassen der Altstadt ausklingen lassen.

Mittwoch, 25.3.2020
Rückflug nach München

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Camino Ingles – eine fiktive Pilgerreise, Tag 5

Was macht der Weg mit mir?

Auf Pilgerwegen unterwegs zu sein, hat mein Leben verändert. Mit wenig Gepäck gehen, unnötigen Ballast weglassen. In Bewegung zu sein und ganz im Augenblick. Aufmerksam auf die Umgebung, die Zeichen beachten. Genügend Zeit, um die Eindrücke des Tages, um all das Außen in meinem Inneren zu verarbeiten. Offenheit für die kleinen Begegnungen am Wegesrand, mit anderen Pilgern, Einheimischen, die wissen wollen, wo man herkommt. Im Alltag kann ich das auf die Begegnungen in der Nachbarschaft übertragen.

Tag 5, Samstag, 21.3.2020

Gemütlich beginnt der neue Tag mit einem Frühstück in unserer Pension. Gestern im Regen wollten wir einfach nur noch ankommen und haben so den Weg ganz gut geschafft. Heute wird die Strecke fast genauso lang, aber ebener oder leicht bergab. Also Stiefel schnüren, Rucksack auf und Poncho drüber. Ja, es regnet noch etwas.

Gleich neben dem Hotel zweigt eine kleine Straße nach Hospital de Bruma ab und trifft sich weiter südlich mit dem Pilgerweg. Hinter Ardemil kommen wir an einem Künstlerhaus vorbei mit Skulpturen im Garten und einer großen Pilgerfigur. Allmählich merkt man die Nähe zu Santiago. Durch kleine Orte, die kaum als solche erkennbar sind, leiten uns die Pfeile und Muscheln nach Süden. Mamoas, Buscas, Vilariño und endlich mal über einen Waldweg nach Lavandeira. In Calle finden wir ein geöffnetes Café und gönnen uns einen Mittagsimbiss. Bis jetzt ist es gut gelaufen. Regenponcho an- und ausziehen, war die heutige Übung. Jetzt hat es aufgehört zu regnen und bald ziehen wir wieder los. Erneut sind es gut markierte Wege, die über Casanova nach Baizoia führen.

Hinter der Autobahn gibt es zwei Varianten und wir entscheiden uns, wie im Buch empfohlen für die alte Wegführung, die ein Stück entfernt von der neuen Autobahn durch den Wald führt. Der breite schnurgerade Weg war einfach verlockend und es wird mein Bild des heutigen Tages. Die Strecke zieht sich auch heute, manchmal machen wir kurz Pause, aber wenigstens regnet es nicht mehr.

Auf dem Weg nach Sigüeiro

Am Ende der langen geraden Strecke erreichen wir Sigüeiro durch einen kleinen Park. Eine Herberge haben wir uns ausgesucht, heute ist nochmal Waschtag. Mit dem Trockner ist das auch bei feuchtem Wetter kein Problem. Die Rucksackvorräte wollen wir auch noch aufbrauchen, ein zusammengewürfeltes Menü aus Müsli, Käse, Brot und Trockenobst. Mit den wenigen anderen Pilgern in der Herberge sitzen wir abends noch in der Küche und teilen Tee und Kekse. Trotzdem sind wir früh in den Betten.

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