Kreativ am Morgen und am Abend

Unterwegs auf meinen Pilgerwegen habe ich gelernt auf Zeichen zu achten und so diese japanische Weisheit auf einer Kekspackung gefunden: „Wer neu anfangen will, soll es sofort tun, denn eine überwundene Schwierigkeit vermeidet hundert neue“.

Loslassen und Ruhe bewahren...

Loslassen und Ruhe bewahren…

  • Kreativwerkstatt am Montag von 10:30 bis 12:00 Uhr, 14-tägig
    Termine: 18.1.2016, 1.2., 15.2., 29.2., 14.3.2016
    Kosten: 100 € incl. Material

Kleine Veränderungen im Alltag beugen großen Umbrüchen vor oder erleichtern zumindest den Übergang. Es gibt nun wieder eine neue Veranstaltung am Abend, so dass auch Berufstätige diese Auszeit in ihren Terminkalender einfügen können.

  • Neu! Abendwerkstatt am Donnerstag von 19:00 bis 20:30 Uhr, 14-tägig
    Termine: 21.1.2016, 4.2., 18.2., 3.3., 17.3.2016
    Kosten: 100 € incl. Material
Ein neues Blatt beschreiben...

Ein neues Blatt beschreiben…

Der eigenen Kreativität Freiraum zu gönnen, schafft Platz im Leben für neue Ideen. Innere Bilder ans Licht bringen und wertschätzen, dabei aus der Stille heraus Wahrnehmung und Aufmerksamkeit schulen. Freies Gestalten mit Acrylfarbe auf Papier, Einführung in verschiedene Techniken. Keine Vorkenntnisse erforderlich. Kleingruppe mit maximal sechs Teilnehmern.

Beide Workshops laufen unter dem Thema „Loslassen – Auf dem Weg zur Abstraktion“. Begeben Sie sich auf Entdeckungsreise, denn „das Gute liegt so nah!“.

BIN auf dem Jakobsweg von León nach Santiago

Wenn die Tage kürzer werden, kommt die Zeit zum Geschichtenerzählen. Diese Tradition möchte ich fortsetzen und von meinem Pilgerweg berichten. Mit Erinnerungsstücken, meiner Ausrüstung und „Licht-Bildern“ die Gemüter erhellen.

 „BIN auf dem Jakobsweg“ von León nach Santiago de Compostela
Licht – Bilder – Vortrag
Samstag, 28. November 2015 um 17:00 Uhr
im Atelier in der Landshuterstr. 19a in Erding

(in Zusammenarbeit mit dem KBW Erding)

 Ankunft am Ortsrand von Santiago

In León begann im Herbst 2013 meine letzte Etappe auf dem 9jährigen Jakobsweg von meiner Haustür nach Santiago de Compostela.
Glücksgefühle wechselten mit körperlichen Problemen, überraschende Blasen, bereichernde Begegnungen und Stille in mir trotz fröhlich lauter Pilgergruppen auf den letzten 100 Kilometern vor Santiago.

Begleiten Sie mich auf diesem Weg – auch wenn Sie nicht so mobil sind – und freuen Sie sich mit mir an diesen einzigartigen Erlebnissen.

Eintritt frei – Spende willkommen.

Neue Pigment Marker von Winsor & Newton

#PigmentMarker

Experimentelles Gestalten ist in der Kunst immer schon mein Arbeitsansatz. Mit Materialien der Natur oder Fundstücken an fremden Orten zu arbeiten, bereitet mir Freude. Ausprobieren, welche Technik am besten zu meinen aktuellen Themen passt.

mit Neuem experimentieren

mit Neuem experimentieren

Marker habe ich bisher kaum verwendet, obwohl ich begeisterte Zeichnerin bin. Lieber mische ich Farben mit Pinsel, Spachtel oder Hölzern. Doch nun sind mir die neuen Pigment Marker von Winsor&Newton in die Finger gefallen, einfach so zum Ausprobieren.

meine 24 Farben

meine 24 Farben

Im Skizzenbuch ging es noch etwas holprig damit, weil das Papier zu stark saugt, als dass man die Möglichkeit des Ineinandermischens der Farben nutzen könnte. Aber mit dem speziell dafür entwickelten glatten Papier als Untergrund beginnt das Vergnügen.

Zunächst noch zögerlich erkunde ich mein vorhandenes Farbspektrum: 24 Farbtöne von sanft bis kräftig leuchtend. Jeder Marker mit jeweils einer feinen Spitze und einer flachen breiten Markerseite.

Erster Eindruck

Erster Eindruck

Blüten und Blätter

Blüten und Blätter

Die Farben sind untereinander mischbar auf dem glatten Papier und können sehr malerisch verarbeitet werden, aber stehen auch nebeneinander in kräftigen Strichen.

Strandlandschaft

Strandlandschaft

Das Besondere ist ein weißer Stift mit ebenfalls zwei Enden zum Aufhellen und ein transparenter Marker, der zarte verschwommene Übergänge wie bei Lasuren ermöglicht. Mit allen Pigment Markern kann man in die Flächen hineinkritzeln – von sanft bis wild ist alles drin.

Farbklang 1

Farbklang 1

Farbklang 2

Farbklang 2

Was ich ausprobiert habe, sind “Farbklänge” – eine Übung fürs Skizzen- oder Maltagebuch; eine Collage mit Herbstblättern…

Mischtechnik mit Naturcollage

Mischtechnik mit Naturcollage

… und kleine Landschaften, wie ich sie oft unterwegs zeichne. Das alles auf dem dünnen Spezialpapier, das sich auch problemlos in ein Skizzenbuch einkleben und integrieren läßt.

Licht im Park

Licht im Park

Mein Resumee: Kleine feine malerische Zeichnungen – die machen mit den neuen Pigment Markern von Winsor&Newton richtig Spaß. Einmal angefangen, zeichnet es sich wie von selbst.

#ColourYourCity

Mehr Information unter www.winsornewton.com/pigmentmarker

Rückblick auf die Ausstellung

Impressionen bei “BIN im Knirschvogelhaus”

Ein herzliches Danke an die Knirschvögel Vroni, Dieter und Quirin. Die Ausstellung im Knirschvogelhaus war ein echtes Highlight.

Vernissage im Knirschvogelhaus

Bei der Vernissage am 20.9. spielten Dieter Knirsch und Quirin Vogel Spontankompositionen zu unbenannten Bildern, deren Zuordnung die Besucher erraten durften. Das Publikum machte eifrig mit und alles wurde erkannt.

Dieter Knirsch und Quirin Vogel

Dieter Knirsch und Quirin Vogel

Tief berührt hat mich Quirins Musik zum Werk “Übergang”, die beide Bildseiten des Raumbilds erfasste: Hell und Dunkel, Enge und Weite, Leichtigkeit und Schwere. Der junge vielversprechende Komponist hat darin enthaltene gegensätzliche und sich doch ergänzende Aspekte intuitiv erspürt und gekonnt und einfühlsam umgesetzt. Danke!

Die "Tenor Steps" bei der Finissage im Knirschvogelhaus

Die “Tenor Steps”  im Knirschvogelhaus

Bei der Finissage am 27.9. intonierten die  “Tenor Steps” – eine Jazzband mit Dieter Knirsch am Piano, Michael Ausserbauer und Sara Gallwitz am Saxophon, Stephan Glaubitz am Bass und Ralph Ausserbauer für den Rhythmus – Stücke aus ihrer neuen CD “Get it”.

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Eine spontane Improvisation der Musiker zum Bild “Erlösung” begeisterte die Zuhörer mit ihren Klängen von sanft und harmonisch bis vehement und aufgelöst, die doch die Ausstellung mit einem ruhigen Ende abrundete.
Die CD mit ihren kreativen und abwechslungsreichen Stücken inspiriert mich jetzt im Atelier.

Ausstellung “BIN im Knirschvogelhaus”

“BIN im Knirschvogelhaus – Bild und Musik”

So heißt es von 20. bis 27. September 2015.

In einer vergnüglichen Auswahlstunde im Atelier haben Dieter Knirsch und Vroni Vogel, die Bewohner des Knirschvogelhauses, die passenden Leinwände gefunden. Bei der Vernissage am Sonntag, 20.9. um 19 Uhr werden Dieter Knirsch und Quirin Vogel sich von den Bildern inspirieren lassen und Spontankompositionen zu einzelnen Werken spielen, die in ihrer neuen Umgebung ihre Wirkung entfalten.

"Der Eremit" lädt ein...

“Der Eremit” lädt ein…

Mehr zauberhafte Musik gibt es bei der Matinee zum Ende der Ausstellung am Sonntag, den 27.9. um 11 Uhr. Für beide Events ist wegen der begrenzten Plätze eine Anmeldung im Knirschvogelhaus erforderlich (Walpertskirchen bei Erding, Bgm-Renner-Str.2a). Telefon: siehe Karte unten.

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Lassen Sie sich überraschen von dieser überaus kreativen Kombination von Bild und Musik.

Wandgemälde “Marokko Sun”

Ein kleines Enkaustik-Bild lag einmal in meinem Schaufenster. Nur 30×20 Zentimeter groß,  beinhaltet es Erinnerungen aus Marokko, an die Sonne, die Farben der Stoffe, die Düfte, die Ornamente und Verzierungen, die Erfahrungen dort.

Kann ein kleines Bild so inspirierend sein? Ja – es wurde von jemandem entdeckt und dann von mir in ein Wandbild umgesetzt. Mutiges und kraftvolles Rot mit leuchtender Sonne mitten in einer Umgebung aus grüner Natur und Holz.

bei der Arbeit an der Wand zu Marokko Sun...

bei der Arbeit an der Wand zu Marokko Sun…

Das Rot intensiviert als Komplementärfarbe das Grün und leuchtet in eher farblosen Monaten sonnig ins Haus. So einfach kann Wohnatmosphäre verändert werden – wohltuend.

 

BIN unterwegs auf dem Schafberg

Ein Ausflug auf den 1783 Meter hohen Berg bei Sankt Wolfgang am Wolfgangsee.

Seit meiner Kindheit schon kenne ich den Schafberg. Und erst später habe ich entdeckt, dass dort oben eines der ältesten Berghotels Österreichs steht. Als besonderes Schmankerl gilt die Kombination einer Fahrt mit der historischen über hundert Jahre alten Zahnradbahn mit einer Übernachtung auf dem Berggipfel. Das war also eine ausgefallene Idee für den Geburtstag meines Mannes. Als begeisterter Fotograf verlockten ihn der Vollmond und die zauberhaften Farbschattierungen bei Sonnenauf- und Untergang. Für mich als Zeichnerin standen Panorama und schroffe Felsen mit bunten Sommerblumen im Vordergrund.

Mein Panorama startet mit dem Blick nach Norden zum Attersee, meine zweite Heimat, wo alles begann. Sanfte Hügel auf der Westseite des Sees mit Blick auf das Höllengebirge. Bergdohlen kreisen über mir, setzen sich auf den Zaun und auf die Grasbüschel direkt am Abgrund. Naschen an dort vorhandenen Köstlichkeiten?

Blick nach Norden

Blick nach Norden

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Im Osten türmen sich höhere Gipfel, teils bewaldete Berge reihen sich hintereinander in grünen Wogen, der höchste unter ihnen der Doppelgipfel des Leonsbergs, der doch noch zum Nachbarn Schafberg aufschauen muss. Eine senkrechte schroffe Felswand fällt steil nach dem Almplateau der Schafbergspitze zur Eisenauer Alm ab. Durch einen stabilen Holzzaun wird der vorsichtige Bergwanderer vor dem Absturz beschützt.

Blick nach Osten

Blick nach Osten

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Langsam wendet sich mein Blick weiter gen Südosten, wo das Dachsteinmassiv wie eine Krone über der Bergwelt thront. Den Dachstein zu betrachten mit seinen Schneefeldern und spitzen Felskegeln im Abendlicht gönne ich mir den ganzen Abend über. Der Vollmond steigt langsam empor, verändert von Minute zu Minute die Beleuchtung des magischen Felsmassivs. Der Dunst verzieht sich, Stein und Schnee werden klarer, verlangen meine ganze Aufmerksamkeit.

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Blick auf den Dachstein

Blick auf den Dachstein

Doch gegenüber im Westen legt sich inzwischen die Sonne zum Schlafen. Beleuchtet noch einige der kleineren Seen rundum, lässt sie wie Spiegel blitzen, während die hintereinander drapierten Bergrücken zwischen Dunst und blauer Silhouette abwechseln. Im letzten Gegenlicht spreizen die Almblumen ihre Blüten ins Licht, Gräser und Moos krallen sich zwischen die weißen Steinbrocken. Die Insekten haben ihr Brummen für heute eingestellt. Hinter der Kante zur Himmelspforte droht der Abgrund. Eine kleine Gedenkstelle mit künstlichen Blumen und einem Engel erzählt ihre eigene Geschichte.

Im Westen...

Im Westen…

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Im hellen Licht des vollen Mondes begebe ich mich zur Ruhe ins Haus. Jupiter und Venus stehen heute noch ganz nah zusammen. Nachts muss ich zwischendurch vom Balkon aus auf diese unglaubliche Berglandschaft schauen. Früh schon beginnen auch die Vögel wieder ihr Lied. Eine besondere Perspektive, die ich hier einnehmen durfte.

BIN mit Skizzenbuch

BIN mit Skizzenbuch

Himmelspforte

Himmelspforte

Mehr Fotos hierzu von Fritz Penzenstadler unter http://foto.penzenstadler.de.

Labyrinth in frischen Farben

Erneuerung des Labyrinths im Pausenhof der Grundschule Moosinning

Vor einigen Jahren habe ich mit den Kindern der damaligen vierten Klassen auf dem Pausenhof ein Labyrinth für die Pausenspiele auf dem Betonpflaster angelegt. Ein Labyrinth ist kein Irrgarten. Ein Weg führt mit vielen Windungen hinein in die Mitte, dort kann man kurz verweilen, dann umkehren und dieselbe Spur zurückverfolgen. Alleine oder zu mehreren, es macht immer Spaß!

Kinder beim Malen

Kinder beim Malen

Sonne und Regen, Schnee und Hunderte Kinderfüße haben die Farben verblassen lassen. Nun hat Familienreferentin Anneliese Ways Gelder für die Erneuerung bereitgestellt. Diesmal waren es die dritten Klassen, die für die nächsten Jahre das Labyrinth aufgefrischt haben. Mit ähnlichen Farben und neuen Grünschattierungen verlockt es nun während der Pausen wieder zum Spielen.

Familienreferentin Anneliese Ways mit den fleißigen Malern

Familienreferentin Anneliese Ways mit den fleißigen Malern

 

Kunstprojekt in der Schule Eichenried

Wandbemalung mit Kindern am Fahrradkeller der Schule Mitte Juni:

am Fahrradkeller in Eichenried

… so grau sollte es nicht bleiben!

Der Schulhof kann schöner werden.

Eichenried

Eichenried

Unter der kräftigen Mithilfe der Kinder der ersten und dritten Klasse in Eichenried ist an der Südwand des Fahrradkellers auf dem Sichtbeton unterhalb der Holzverkleidung eine bunte Schlange entstanden. Sie ist umgeben von großen Phantasieblüten und gemaltem grünen Hintergrund, der das ganze Jahr über fröhlich leuchtet. Alle Kinder waren mit Feuereifer dabei, die Malkittel haben auch was von der Farbe abbekommen.

Fertig!

Fertig!

BIN unterwegs auf dem Wolfgangweg

Donnerstag, 14. Mai, Christi Himmelfahrt, „Leben“
Altötting – Burghausen – Hochburg

Nachts hat es noch gewittert, doch der Morgen ist klar. Mit dem Zug um 6:38 Uhr von Hörlkofen nach Altötting, das Auto lasse ich am Parkplatz. Gerade pünktlich gelange ich am Kapellplatz an zur Messe in der Gnadenkapelle um 8 Uhr. „Mit dem Herzen im Himmel, mit den Füssen auf der Erde“. Das ist mein Leben, Pilgern ist ein wichtiger Teil davon. Glücksgefühle durchströmen mich, dass ich wieder auf „meinem“ Weg bin.

Schwarze Madonna von Altötting

Schwarze Madonna von Altötting

So im Geiste gestärkt wandere ich durch den Öttinger Forst nach Emmerting, über die Brücke zur Kirche in Hohenwart und weiter nach Lengthal. Dort holt mich der Regen ein, der sich vorher schon durch schwere schwarze Wolken angekündigt hat. In Burghausen schlendere ich durch die Burg in die Altstadt zur Mittagspause im Gasthof Post.

Zum Aussichtsplatz auf der anderen Seite der Salzach führt ein steiler Aufstieg. Eine schnelle Zeichnung von der Burg. Auf der Hochebene geht’s über Dorfen nach Hochburg Unterweitzberg. Ein weiter Blick über Felder und Wiesen, kaum ein Baum, keine Sträucher, nur ein Trafohäuschen. Müde erreiche ich Hochburg, wo ich bei Maria eine Unterkunft finde. Danke!

Burghausen - längste Burganlage Europas

Burghausen – längste Burganlage Europas

Freitag, 15. Mai, „Liebe“
Hochburg – Gilgenberg – Hart – Pischelsdorf

Nach einem köstlichen Frühstück begleitet Maria mich bis zur Antoniuskapelle und weiter durch den Wald nach Gilgenberg, weil es im gräflichen Forst keine Wegmarkierungen gibt. Kurzer Besuch in der Kirche, gefolgt von einem Kaffee-Treffen mit Fritz im Gasthof, der mir netterweise einen Zusatz-Akku für mein Smartphone bringt. Das ist Liebe für mich.

Er nimmt mich noch ein Stück mit Richtung Handenberg. Durch Fillmannsbach und St. Georgen folge ich größeren Straßen. Dann seitab, doch weiterhin auf Teer über Großgollern, wo mir eine freundliche Bäuerin meine Wasserflasche auffüllt, weiter zur Wallfahrtskirche nach Hart. Mittägliche Brotzeit auf der Bank, ein heißer Tee im  Gasthof. Auf Anruf der Wirtin zeigt mir Messner Hr. Heinzl die Kirche, die sich als wahres Kleinod mit vielen Legenden zeigt. Die Pischelsdorfer Kirche ein paar Kilometer später ist auch offen. Meine Unterkunft finde ich ein Stück weiter in Schmidham im Gasthof Preiser. Als ich dort ankomme, beginnt es zu regnen.

Von weitem grüßt die Wallfahrtskirche von Hart

Von weitem grüßt die Wallfahrtskirche von Hart

Samstag, 16. Mai, „Freude“
Pischelsdorf – Mattighofen – Munderfing – Straßwalchen

Die kleine Straße Richtung Golfplatz ist sehr befahren. Durch den Morgennebel leuchten die ersten Sonnenstrahlen zwischen die hohen Stämme des Mischwaldes. Von Unterlochen führt ein Radweg Richtung Mattighofen. Nichts zieht mich in die Stadt und so laufe ich am Ortsrand entlang und am Freibad vorbei bis Pfaffstädt, folge einer weiteren Straße bis Munderfing. Erschöpfte Rast unter einem großen Baum und anschließende Pause im Gasthof Leitner.

Nachmittags sind viele Leute am Bach entlang unterwegs, er gluckert fröhlich neben mir. Die Vögel zwitschern und jagen Insekten über blumenreichen Wiesen. Kleine Straßen begleiten die Bahnstrecke nach Teichstätt. Nur ein kurzes Stück Feldweg schont meine Füße, sonst ist alles geteert! Schließlich erreiche ich die Pestkapelle vor Lengau. Dort überquere ich erneut die Schienen und strebe zur Kirche St. Jakob in der Ortsmitte. Irgendwie habe ich mich verrechnet in der Streckenberechnung, der Kilometerzähler meines Körpers ist abgelaufen. Doch welche Freude, ein junger Mann nimmt mich mit nach Straßwalchen, wo ich mein Zimmer im Gasthaus Lebzelter erreiche. Nach einem Besuch in der Kirche bekomme ich einen Stempel für meinen Pilgerausweis vom Pfarrer. Eine weitere Freude bereitet mir die Maiandacht in der Pfarrkirche Sankt Martin.

Durch das wildromantische Helental nach Mondsee

Durch das wildromantische Helental nach Mondsee

Sonntag, 17. Mai, „Vertrauen“
Straßwalchen – Irrsee – Mondsee

Durch eine Gasse am Schwemmbach folge ich dem Radweg nach Irrsdorf. Dort ist gerade Messe in der Kirche, also fotografiere ich nur von außen das alte hölzerne Portal mit den Figuren der Heiligen Elisabeth und Maria, jeweils mit einem kleinen Kind im Bauch dargestellt. Der Kirchenwirt sagt mir, dass der Pilger-Stempel im Feuermelder ist (?). Bei dem Versuch ihn dort wieder unterzubringen stemple ich mich grün ;-).

Weiter auf dem Radweg nach Oberhofen, auch dort komme ich während der Messe an. Doch der Stempel wird auch hier im Vorraum aufbewahrt. Einige Minuten lausche ich den Worten des Pfarrers, dann nicke ich dem alten Mann hinter mir zu. Er lächelt zurück, verstehender Blick auf meinen Rucksack, dass ich weiter muss.

Hügelauf und Hügelab zur Hubertuskapelle, dann ein weiter Blick über das Irrsee-Moor und die regenverhangenen Berge. Es beginnt zu tröpfeln. Regenhose und Poncho raus. Der Dorferwirt hat offen, ungefähr auf halber Strecke den Irrsee entlang. Kaffee und Apfelstrudel sind ein Traum.

Immer auf Teerstraßen über die Hügel bis zum Ende des Sees und über den Fohlenhof zur Erlachmühle. Endlich wieder weicher Untergrund für die geschundenen Füße. Das traumhafte Helenental mündet fast im Zentrum von Mondsee. In der Basilika Sankt Michael finde ich in der Mariengrotte Ruhe vor den Touristenströmen, die Mondsee bevölkern. Im Café gegenüber stärken mich Kuchen und ein heißer Tee.

Voll Vertrauen, dass ich auch das letzte Stück noch schaffe, marschiere ich weiter zum See und nach Schwarzindien, wo das Gästehaus Haas liegt. Die Wirtin hat sogar ein Zimmer mit Balkon zum See für mich!! Als ich nach irgendetwas zum Essen frage, bietet der Mann mir einen Rest Rinderbraten mit Kartoffeln an. Hat super geschmeckt. Ich hatte Vertrauen, dass irgendwie für mich gesorgt wird.

Basilika St. Michael in Mondsee

Basilika St. Michael in Mondsee

Montag, 18. Mai, „Friede“
Mondsee – Sankt Lorenz – Falkenstein – Sankt Wolfgang

„Der Zufall ist das Pseudonym, das der Liebe Gott wählt, wenn er inkognito bleiben will“, steht auf einem Schild im Frühstücksraum. Wie wahr.

St. Lorenz ist als ganz alter Kraftort bekannt: Die alte Linde direkt vor der Kirche ist stark zugestutzt, gibt mir aber Energie, als ich meine Hände an ihre rissige Rinde lege. Birgits geliebte Drachenwand ragt steil vor mir auf. An der Straße leitet der Radweg entlang dem Mondsee von Plomberg bis Scharfling.

Erinnerungen an meine Kindheit tauchen auf, als wir mit unseren Eltern Ausflüge hier in der Gegend, meiner zweiten Heimat, gemacht haben. An Bergwanderungen, Abenteuer im Bachbett, Brotzeit beim Bauern, Skifahren und Schwimmen. Zum Scharfling Pass geht’s auf der ganz steilen alten Straße, auf halber Höhe eine Kapelle mit Ägidius und Wolfgang. “Friede heißt zu den Entscheidungen stehen”, taucht als Erkenntnis beim langsamen bergan Gehen in mir auf. Kurz von der Passhöhe und dem Einmünden in die neue Straße senkt sich der Verkehrslärm wie eine Haube über mich.

An der Straße entlang zum Krottensee und Batzenhäusl. Laster donnern an mir vorbei, Büßerstrecke. Erst um viertel nach elf am Kloster Gut Aich, zu spät für die Pforte und den Laden, außerdem gibt es dort kein Wirtshaus mehr. Dafür eine Pause in der wunderschönen Klosterkapelle. Friede stellt sich ein und gibt mir Kraft.

Nun folge ich dem Radweg durch den Wald nach Fürberg am See. Im Gastgarten ein Suppentopf mit Nudeln und Rindfleisch. Stärkung für den Anstieg zum Falkenstein.

Steil, steil, steil. Heute brennt die Sonne, heiß. Zwei E-Biker müssen auch schieben. Mit einer jungen Studentin komme ich ins Gespräch, die den Weg gut kennt. Eine Begegnung wie ich sie vom Jakobsweg her kenne. Sie zeigt mir die Rituale: Stein ablegen, Falkensteinkapelle mit Felsdurchschlupf und Glocke dreimal schlagen lassen. Weitere Kapellen für Augenwaschen, Steine drehen, die Hackelwurf-Stelle des Heiligen Wolfgang und Aussichtspunkte. Steilsteil wieder runter. Meine Knie jaulen. Abschied von Eva und ihrer Mutter, denn den Rest der Strecke möchte ich alleine pilgern. Ganz langsam von Ried nach Sankt Wolfgang zur Kirche. Geschafft. Auch hier werden auf zahlreichen Votivtafeln mit anschaulichen Bildern die Legenden von Sankt Wolfgang berichtet.

Haus Raudaschl in der Au wird von einer alten Frau betrieben, die noch drei top Zimmer vermietet. Sehr gepflegt, freundlich und auf dem neuesten Stand. Sie empfiehlt mir ein Abendessen beim Zimmerbräu, das mein krönender Abschluss wird. Meinen Ankunftsstempel hole ich bei strömendem Regen in der freundlichen Touristen-Information. Abends kann ich in Ruhe auf dem geschützten Balkon zeichnen.

Ich BIN auf dem Wolfgangweg gewesen.

St. Wolfgang am Wolfgangsee

St. Wolfgang am Wolfgangsee