Archiv für den Monat: August 2014

Unterwegs zum Isarursprung

Ende Juli 2014

Seit dem Frühjahr bin ich in Tagesetappen von München aus an der Isar entlang unterwegs zu ihrem Ursprung gewesen. Nun also die restlichen Kilometer von Krün bis Scharnitz und am nächsten Tag von dort bis zu den Quellen im Hinterautal.

Isar bei Krün

Isar bei Krün

Der morgendliche Regen tröpfelt zu Ende, als der Pfad ins Naturschutzgebiet am Isarstausee schwenkt. Zunächst begegnen mir noch einige Spaziergänger, dann nur noch Schwäne, Enten und Frösche. Das Rauschen der Isar übertönt sogar den Verkehr der nahegelegenen Bundesstraße. Nur wenige Gäste bevölkern in Mittenwald die Talstation der Karwendelbahn, die mir Mittagsrast und eine warme Suppe bietet.

Isar am Riedboden

Isar am Riedboden

Eine Brücke quert den Flusslauf hinter dem Ort zum Riedboden. Kieselgrau und türkis glitzernd strömt und strudelt es nach Norden. Über weiche Wiesen- und Sandwege führt der idyllische Weg am Ufer entlang. An einer Felseninsel im Wasser hat sich viel Schwemmgut angesammelt. Überhaupt ragen viele entwurzelte Baumstücke aus den wechselnden Kiesbetten der Isar. Ein weiteres Brückerl führt mich nach Scharnitz, wo der wilde Fluss einseitig an schroffen Felsen entlang schleift.

Isar bei Scharnitz

Isar bei Scharnitz

Nachdem das Wetter am ersten Tag noch gehalten hat – sogar mit Sonne am Abend – hängen morgens tiefe Wolken über dem Tal und es regnet. Schade, aber ich will den Marsch trotzdem wagen. Passende Kleidung sind heute Regenhose, Anorak und Poncho. Das Tal hinter dem Dorf ist eng, weitet sich bald wieder. Ständig wird der junge Fluss von seitlich herabstürzenden Wildbächen gespeist. Im Unterholz blitzen nasse Blüten in Dunkelgelb, Blauviolett und kräftigem Rosa. Regen, Regen, alle Bänke sind nass, nur kurz anhalten, um die Ausblicke und die vielen Steinmännchen zu bewundern. Endlich der Isarursprung. „Bei den Flüssen“ heißt die Stelle, wo mehrere Bäche sich vereinen und ab hier den Namen „Isar“ tragen. Weiter geht’s zur Kastenalm, der einzigen Einkehrmöglichkeit hier unten im Tal.

Steinmännchen am Isarursprung

Steinmännchen am Isarursprung

Später beim Rückweg ist der Wildfluss durch den starken Regen schon deutlich angeschwollen. Zwei kleine Bäche müssen gequert werden, die vorher noch schmäler waren. Trotz Regen habe ich ein paar Fotos gemacht, weil es so ein malerischer Ort ist. Neben dem Fahrweg gurgelt und tanzt die Isar abwärts. Manchmal ist ein Rumpeln und Klackern zu hören, wenn sich größere Steine bewegen. Glücklicherweise nimmt mich nach der Hälfte der Strecke jemand mit nach Scharnitz.